Hilda und der Sofakollaps

18 Aufrufe Dienstag, 27. Oktober 2026

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Plopp! Die Wäscheklammer sprang davon und landete mitten auf dem Teppich. Hilda kroch hinterher, erwischte sie unter einem Sessel und klemmte das Betttuch endlich fest. Draußen trommelte Regen gegen die Scheibe, drinnen roch es nach staubiger Heizung und dem Apfel, den sie vorhin gegessen hatte. Ihre Festung erstreckte sich inzwischen vom Sofa bis fast in den Flur. Es gab einen Kriechtunnel, eine Höhle zum Liegen und einen Turm aus aufgestapelten Sitzpolstern. Der Turm war besonders wichtig. Wozu baute man schließlich eine Festung, wenn sie nicht wenigstens ein bisschen übertrieben war? Hilda schob einen letzten Hocker unter die äußere Ecke und prüfte die Konstruktion mit einem vorsichtigen Ruck. Nichts fiel um. Das war bei diesem Bauwerk bereits ein beachtlicher Erfolg. „Ausgezeichnet. Völlig vernünftig“, sagte sie und zog eine zusätzliche Decke über das Dach. Dann holte sie eine Schüssel Chips aus der Küche. Zur feierlichen Eröffnung wollte sie durch den Tunnel kriechen, im Inneren Platz nehmen und sehr würdevoll knuspern. Sie stellte die Schüssel vor den Eingang und rieb sich die Hände. Ein ganzer Regennachmittag unter ihrem eigenen Dach! Hilda ging in die Hocke und schob den ersten Ellbogen hinein.

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Rrrrutsch. Über Hilda senkte sich die Decke, langsam und ausgesprochen unhöflich. Sie schob den Ellbogen zurück. Genau dort, wo eben noch der Tunnel gewesen war, lag jetzt ein dicker Stoffwulst auf dem Boden. Hilda hob ihn an. Dahinter hing das Dach so tief, dass nicht einmal die Chipsschüssel hindurchgepasst hätte. Sie versuchte es von der Seite, schob sich vorwärts und blieb nach einem halben Meter zwischen Boden und Decke stecken. Rückwärts ging es nur mit einem Geräusch, das verdächtig nach einem beleidigten Seehund klang. Wieder draußen, kniete sie sich hin und stemmte beide Fäuste auf den Boden. „Der Eingang ist offenbar nur für Pfannkuchen.“ Sie zog an einer Ecke. Oben antwortete ein Hocker mit leisem Knarzen. Der Polsterturm neigte sich, kaum sichtbar, aber genug, dass Hilda sofort losließ. Die zusätzliche Decke war schwerer, als sie gedacht hatte. Sie zog das ganze Dach nach innen. Wenn Hilda weiterzerrte, würde nicht nur der Eingang verschwinden. Sie schob die Chips außer Reichweite des Bauwerks und drückte die Lippen zusammen. Der gemütliche Nachmittag lag direkt vor ihr, fertig eingerichtet und vollkommen unerreichbar. Und über der Liegehöhle begann bereits die nächste Klammer zu rutschen.

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Ein Dach brauchte eine Stütze. Das klang einfach. Hilda holte den Wischmopp aus dem Flur und schob ihn mit dem weichen Ende unter die tiefste Stelle. Langsam richtete sie den Stiel auf. Tatsächlich! Der Stoff hob sich. Ein schmaler Durchgang entstand, gerade breit genug, um wieder Hoffnung auf einen Nachmittag ohne Kniequetschung zu machen. Hilda ließ den Stiel vorsichtig los. Er stand. Sie nahm die Hände ganz weg. Er stand immer noch. Dann rutschte das untere Ende über den glatten Boden. Klack! Der Mopp kippte gegen den Wäschekorb. Der Korb rollte auf die Seite, und ein zusammengerolltes Handtuch kullerte davon, als wollte es mit der ganzen Angelegenheit nichts zu tun haben. Hilda fing den Stiel, aber mit der anderen Hand riss sie versehentlich an einer Dachkante. Über ihr löste sich ein Polster aus dem Turm und landete dumpf vor ihren Knien. Sie blieb sitzen und drückte den Wischmopp quer auf den Boden. Der Regen rauschte jetzt so laut, dass das Zimmer wie eine schlecht gelegene Dusche klang. Hilda betrachtete das gefallene Polster. Dann den Turm. Dann wieder das Polster. Noch ein solcher Rettungsversuch, und ihre Festung würde nur noch als besonders unordentlicher Wäschehaufen durchgehen.

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Hilda schob den Mopp weit weg. Dann kniete sie vor dem Turm nieder, an dem sie den halben Vormittag gebaut hatte. Sie legte beide Hände auf das oberste Polster, nahm sie wieder herunter und trommelte kurz auf ihre Knie. Der Turm war der beste Teil gewesen. Hoch, völlig unnötig und deshalb großartig. Aber unter einem großartigen Turm konnte man offenbar nicht gemütlich sitzen. „Du wirst jetzt ein Erdgeschoss“, sagte Hilda. Sie nahm das oberste Polster ab. Dann das nächste. Bei jedem wurde der Turm kleiner und der Platz neben ihr voller. Schließlich lag auch das letzte Polster unten. Hilda musste kurz schlucken, bevor sie weitermachte. In der Essecke löste sie die schwere Überdecke von einer Stuhllehne. Der raue Stoff schabte über ihre Finger. Statt ihn wieder hochzuziehen, faltete sie ihn zusammen und legte ihn beiseite. Mit den ehemaligen Turmpolstern baute sie niedrige Seitenwände. Darüber spannte sie nur das leichte Betttuch. Sie rückte alles so lange zurecht, bis sie im Inneren sitzen konnte, ohne das Dach mit dem Kopf anzuheben. Keine Zinnen mehr. Kein hoher Aussichtspunkt. Dafür blieb der Eingang offen. Hilda kroch hinein, drehte sich um und kroch wieder hinaus. Einfach so. Sie grinste dem freien Durchgang entgegen.

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Knuspern klang unter dem niedrigen Dach erstaunlich feierlich. Hilda saß in der Sofaecke ihrer neuen Höhle, die Chipsschüssel auf dem Schoß. Neben ihr lag ein Kissen, das früher ziemlich weit oben gewohnt hatte und nun eine ausgezeichnete Ellbogenablage abgab. Sie streckte die Beine aus. Das Dach blieb, wo es war. Sie rückte zur Seite. Es blieb immer noch. Zur gründlichen Prüfung wackelte sie mit dem ganzen Körper, bis ein Chip von ihrem Schoß hüpfte. Hilda fing ihn gerade noch auf. „Die Bauprüfung ist abgeschlossen. Die Verpflegung hat leichte Erschütterungen erlitten.“ Draußen lief Wasser in silbrigen Bahnen über das Fenster. Hier drinnen schmeckten die Chips salzig, die Unterlage war weich, und nichts versuchte mehr, Hilda auf dem Boden festzuklemmen. Sie legte sich zurück und betrachtete die niedrige Decke. Eigentlich hatte sie einen Turm haben wollen, der fast bis zur Zimmerlampe reichte. Jetzt konnte sie mit einem ausgestreckten Arm alles erreichen, was sie brauchte. Für die Schüssel rückte sie sogar noch ein Stück zur Seite, als wäre sie ein besonders wichtiger Einrichtungsgegenstand. Dann zog Hilda das Kissen zurecht und machte es sich bequem. Ihre Festung war kleiner geworden. Ihr Nachmittag hatte endlich Platz darin.

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Illustration von Seite 4 aus „Marek Clears the Way“ Alter bis 6 Aquarell

Marek Clears the Way

English · Seite 4 von 5

Marek reaches for his truck and rolls it once beside his knee. He wants another turn, but he stops it with his hand. “Night-night, truck,” he says, and puts it in the toy basket. Then he picks up the blocks, one after another, with little wooden clicks. He takes the last one to the basket, leaving a clear path where the toys had been.

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Illustration von Seite 5 aus „Adam and the Thunder Ride“ Alter 7–9 Comic

Adam and the Thunder Ride

English · Seite 5 von 5

By sunset, the rain had stopped. Water drained away from the playground, leaving shiny mud beneath the swings. The climbing bars still stood ready for another day.

Dad made the gate safe with a sturdy stone brace. Then he and Adam climbed to a grassy picnic knoll, where the air smelled of wet leaves.

Dad peeled an orange and passed Adam half. Adam ate a slice, then reached into his empty pocket.

“I’ll miss my rocket,” he said.

Dad rested a hand on his shoulder. “You gave up something you loved to save something you loved.”

Adam leaned against him. Below them, sunset glowed in the last small puddles.

Tomorrow, they could make another rocket. Tonight, Adam raised an orange slice toward Dad, and they tapped their slices together.

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Illustration von Seite 4 aus „Hilda und der Sofakollaps“ Alter 10+ Bleistiftzeichnung

Hilda und der Sofakollaps

Deutsch · Seite 4 von 5

Hilda schob den Mopp weit weg. Dann kniete sie vor dem Turm nieder, an dem sie den halben Vormittag gebaut hatte. Sie legte beide Hände auf das oberste Polster, nahm sie wieder herunter und trommelte kurz auf ihre Knie.

Der Turm war der beste Teil gewesen. Hoch, völlig unnötig und deshalb großartig.

Aber unter einem großartigen Turm konnte man offenbar nicht gemütlich sitzen.

„Du wirst jetzt ein Erdgeschoss“, sagte Hilda.

Sie nahm das oberste Polster ab. Dann das nächste. Bei jedem wurde der Turm kleiner und der Platz neben ihr voller. Schließlich lag auch das letzte Polster unten. Hilda musste kurz schlucken, bevor sie weitermachte.

In der Essecke löste sie die schwere Überdecke von einer Stuhllehne. Der raue Stoff schabte über ihre Finger. Statt ihn wieder hochzuziehen, faltete sie ihn zusammen und legte ihn beiseite.

Mit den ehemaligen Turmpolstern baute sie niedrige Seitenwände. Darüber spannte sie nur das leichte Betttuch. Sie rückte alles so lange zurecht, bis sie im Inneren sitzen konnte, ohne das Dach mit dem Kopf anzuheben.

Keine Zinnen mehr. Kein hoher Aussichtspunkt. Dafür blieb der Eingang offen.

Hilda kroch hinein, drehte sich um und kroch wieder hinaus. Einfach so. Sie grinste dem freien Durchgang entgegen.

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